Green Lens Naturfotografie

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Marokko – Atlas, Wüste und Atlantikküste

Kaum ein Land bietet auf engstem Raum so viele verschiedene Landschaftstypen wie Marokko. Eine naturkundliche Reise dorthin stand deshalb schon länger auf der Wunschliste. Kurz vor Weihnachten 2012, sozusagen als vorgezogenes Geschenk, starteten wir, zusammen mit unserem Freund und Reiseleiter José von Salidun, zu unserer ersten Marokkotour. Zunächst besuchten wir den schneebedeckten Mittleren Atlas mit seinen typischen Zedernwäldern, in denen beispielsweise der endemische Atlasgrünspecht vorkommt.

Als Kontrastprogramm ging es im Anschluss direkt nach Merzouga in die Wüste. Hier trafen wir den lokalen Guide Brahim von Birding in Morocco der mit unserem spanischen Reiseleiter kooperiert und Spezialist für diese Wüstenregion ist. Am Rande der großen Düne Erg Chebbi konnten mit seiner Hilfe gleich diverse Wüstenarten beobachtet werden.

Doch für unsere eigentliche Zielart dieses Abstechers hierher, den Wüstensperling, mussten wir einen Ritt auf Dromedaren in ein Berbercamp innerhalb der Düne auf uns nehmen. Noch vor wenigen Jahren ließ er sich auch außerhalb des Erg Chebbis problemlos in den Dörfern beobachten. Heutzutage ist er dort weitestgehend von Haussperlingen verdrängt worden.

Anschließend, auf unserem Weg in den Hohen Atlas, wurde ein Zwischenstopp in der Halbwüste bei Amerzgane eingelegt. Unser Ziel war der für seinen Lerchenreichtum bekannte Tagdilt Track. Hier gibt es neben Knacker-, Dupont- und Saharaohrenlerche auch Adlerbussard, Wüstenprinie, Wüstengimpel und Rennvogel.

Im Hohen Atlas angekommen, besuchten wir Marokkos größtes, weil einziges Skigebiet auf 2.650 m Höhe in Oukaimeden. Leider waren wir an einem Wochenende dort und dementsprechend erwarteten uns zahllose Händler, Skiverleiher und Wochenendgäste. Ganz oben auf unserer "Liste" stand anstatt eines Skiausfluges aber der Rotflügelgimpel. An der Skistation konnten wir ihn wider Erwarten nicht finden und so wanderten wir eine Stunde das Tal hinauf, erfolglos. Etwas enttäuscht zurück auf dem Parkplatz angekommen, hörten wir dann doch noch seinen markanten Ruf "dü-lit dü-lit". Und schnell waren drei Rotflügelgimpel an den Schalenresten zwischen den Ständen der Wallnussverkäufer gefunden. Allerdings war hier dank der Menschenmassen nicht an ein entspanntes Beobachten oder Fotografieren zu denken. So mussten wir weichen, wurden dafür aber mit einem Steinadler, der von zwei Adlerbussarden gehasst wurde, entlohnt. Nachdem die Skistation bereits im Schatten der Berge verschwunden war, versuchten wir noch einmal unser Glück. Wie Spatzen stritten sich nun ungestört ca. 50 Rotflügelgimpel um die Futterreste.

Weiter ging es nach Merdja Zerga, wo uns innerhalb der Lagune Dünnschnabel- und Korallenmöwen, Seeschwalben, Seidenreiher und eine Vielzahl von Enten und Limikolen erwarteten. Nahe der Lagune beobachteten wir dann abends eine jagende Kapohreule. Vor Ort erfuhren wir, dass der Schlafplatz vor einer Woche, bei besseren Wetterbedingungen, noch mit sieben Individuen besetzt war.

Leider hatten wir nur knapp zwei Wochen für diese an Programmpunkten volle Reise. Ohne Frage zu wenig Zeit für dieses abwechslungsreiche Land. Wir haben viele angenehme Eindrücke von Land und Leuten, gespickt mit tollen Beobachtungen, gewonnen. Unsere hoffentlich bald folgende Reise in die Region führt uns dann hoffentlich weiter in den Süden z.B. zum Waldrapp und nach Westsahara.

Text und Fotos: Mathias Putze & Ulrike Winkler

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